Oh, ist das lange her ^^

Oh man. Ganz schön viel Zeit vergangen seit ich das letzte Mal einen Eintrag veröffentlicht habe. Scheinbar kann ich unter Stress doch nicht so gut schreiben, wie ich dachte.

Also, zu den wichtigsten Ereignissen: Silvia und ich haben uns eine Wohnung in der Krakauer Innenstadt gesucht und sind Ende März, also gegen Ostern hier eingezogen. Da hier einige Jahre lang einige Studenten gehaust haben, mussten wir ein gefühlt endloses Wochenende damit verbringen die Wohnung zu desinfizieren, zu putzen und bewohnbar zu machen. Nach einigen Tagen hatten wir dann auch warmes Wasser, Internet und Gas. Yaaaaaaay. Aber ich muss sagen, dass ich mich langsam recht wohl fühle (abgesehen davon, dass ich fast nie hier bin, weil ich so viel arbeite...)

Mein Zimmer ist riesengroß, hat 2m breite und 3 m hohe Fenster mit Balkonzugang und ich hatte die Möglichkeit mir ein richtiges Linaah-Mädchen-Zimmer draus zu machen. Die Erfüllung meiner Wünsche ^^. Naja. So ein Bisschen. Fotos gibt’s auf Anfrage.


Mein Polnisch ist mittlerweile fast auf Eingeborenen Niveau, eine Kollegin meinte liebevoll, dass ich mich anhöre wie eine Polin mit kleinem Sprachfehler. Das ist doch mal ein tolles Kompliment, oder? =)


Auch in der Arbeit bin ich langsam immer besser eingearbeitet, ich weis meistens was und warum ich gerade tue, komme immer besser mit den Kollegen zurecht und auch die Kinder und Jugendlichen können etwas mit mir anfangen. Auch wenn ich oft die Soziale Arbeit in dem Ganzen vermisse.


Von Krakau habe ich aus Wetter- und Zeitgründen (es regnet stääändig) noch nicht soo viel gesehen, aber langsam muss mal was passieren, sonst habe ich wirklich ein schlechtes Gewissen...


Zu den jüngsten Ereignissen: ein tragischer Unfall am Samstag morgen, jedoch nur einer unter vielen, wenn man die Nachrichten schaut, dieses Woche. Ich werde Krakau fürs Wochenende verlassen, weil ich nicht damit einverstanden bin, dass ein rechter Politiker, der nichts großartiges getan hat neben polnischen Königen beerdigt wird.


Neuere Meldungen folgen!


1 Kommentar 16.4.10 10:14, kommentieren

Nach 2 Wochen

...Zeit für eine kleine Auswertung. Nun bin ich schon seit zwei Wochen in Krakau – mitten in der Altstadt – mitten im Praxissemester und mitten im Leben.

Vor meiner Reise nach Polen hatte ich über einen langen Zeitraum erhebliche Zweifel an der Wahl meiner Praktikumsstelle. Schon wieder Jugendarbeit – das wollte ich im Grunde vermeiden. Überzeugende Argumente waren eher die Lage, der Standard und die weitreichenden Möglichkeiten persönlich viel für mich mitnehmen zu können.

Mittlerweile habe ich mich an meine Stelle gewöhnt, mich grundlegend eingelebt und versuche das Beste aus meiner Stelle rauszuholen. Mir liegt meine Arbeit und ihr Erfolg wirklich am Herzen und auch, wenn es für mich sicherlich bessere Stellen gegeben hätte, um Soziale Arbeit auszuüben, so stelle ich mich wieder einmal einer Herausforderung. Wie ich diese Herausforderungen liebe!

Es gibt wohl keine bessere Möglichkeit zu lernen.

Von Krakau habe ich schon ein wenig gesehen, aber ehrlich gesagt habe ich bei diesem Wetter, den Temperaturen und im Dunkeln nicht die geringste Lust die Stadt genauer zu erkunden und warte daher geduldig auf den Frühling. Bis dahin werde ich meine Wochenenden, wie bisher auch, wohl mit Familienbesuchen, Lesen und anderen Dingen verbringen, auf die ich Lust habe.

Der erste Konzertbesuch ist schon geplant. Gazpacho. Ich freu mich jedenfalls drauf.

Ansonsten merke ich von Tag zu Tag mehr wie der Stress der letzten Monate von mir abfällt und dass ich grundlegend mit meinem Leben wirklich zufrieden bin.

Mich macht es traurig, dass einige Menschen, von denen ich es wirklich erwartet hätten sich nicht melden, aber um so mehr freue ich mich über diejenigen, die an mich denken und mir dies auch zeigen. Es sind eben doch immer die kleinen Dinge...

Nur die Suche nach einer geeigneten Wohnung/WG verläuft für mich ungeahnt schwierig – aber darum kümmere ich mich nächste Woche in aller Ruhe. Es bringt jetzt auch nichts sich deswegen den Kopf zu zerbrechen.

Natürlich gehen mit viel mehr Dinge durch den Kopf, aber vieles gehört nicht in diesen Blog.

Er soll meine Erlebisse hier in Polen zusammenfassen, die sich wohl erst dann häufen werden, wenn es wärmer wird und ich mehr Lust habe raus zu gehen und Abenteuer zu erleben.

Wer mich gut kennt, dem sind meine Gedanken vertraut.

Aber momentan kann ich abschließend sagen, dass ich gerade wirklich glücklich bin.(Außer, dass mir vorin die Kippen ausgegangen sind und ich wirklich Schmacht hab, aber zu faul bin bei dem Regen vor die Tür zu gehn.)

Ich sitze hier alleine in einer unglaublich gemütlichen Dachgeschosswohnung, höre Musik und der Regen prasselt gegen die Fenster. Ich kann in Ruhe nachdenken und tun und lassen was ich möchte.

14.3.10 23:42, kommentieren

Reisefieeeeber!

Überraschenderweise habe ich heute Vormittag doch ein wenig Zeit gefunden, um die Ereignisse der letzten Tage einmal zusammenzufassen.

Am Samstag, den 27. Februar begann also meine große Reise in Benediktbeuern. Es war schon komisch aus einem Zimmer wieder auszuziehen, dass man erst vor einem halben Jahr bezogen hatte. So verstaute ich also den Großteil meines Hab uns Guts in Kisten auf dem Dachboden und brach mit ein paar Taschen Richtung Augsburg auf. Dort holte ich Silvia ab – meine Mitbewohnerin und Mitpraktikantin für die nächsten Monate. Nach einer kurzen und unruhigen Nacht brachen wir gemeinsam, mit einem unglaublich vollgepackten Opel Corsa und bewaffnet mit einigen Litern Red Bull Richtung Polen auf. „Gesamtstrecke 1096km.“. Na danke. Irgendwie war ich richtig froh in den letzten Monaten so oft zwischen Nickenich und Benediktbeuern hin und her getingelt zu sein. Ohne dieses Training wäre es wohl eine Katastrophe gewesen. Trotz der gefühlten zwei Tonnen Zusatzgepäck bewegte sich mein Baby von der Stelle und zeigte ungeahnte Stärke. Unterbrochen von vier kurzen Pausen legte ich also innerhalb von knapp 9 ½ Stunden knapp 1000km zurück. Ich würde sagen, das ist neuer Rekord. Ziemlich matschig kamen wir also am Abend gegen halb 6 bei Silvias Verwandten an.

Am nächsten Morgen fuhren wir, ausgestattet mit einem groben Stadtplan von Krakau, über viele holprige und löchrige (zum Teil lebensgefährliche) Sträßchen die restlichen 50km zu unserem Zielort: Krakau, ulica dluga 42 – also mitten in das Zentrum der Altstadt. Wer mich kennt weiß: Linaah und Autofahren in großen Städten – das verträgt sich nicht. Doch trotz aller Bedenken und Ängste erreichte ich mein Ziel sicher und trotz der falschen Anweisungen der Schilder in der Stadt.

Angekommen, erfuhren wir dann vor Ort, dass wir ein kleines Ein-Zimmer-Appartement zur Verfügung bekommen sollten, dass sich im Dachgeschoss eines Nebenhauses der Einrichtung befindet. Also verbrachten wir die nächsten zwei Stunden damit die gefühlten zwei Tonnen Gepäck aus dem Auto zu wuchten und in den 3. Stock des Altbaus zu transportieren. Auf einmal bereute ich die Vernachlässigung meiner Kondition in der letzten Zeit aufrichtig.

Dann startete tatsächlich schon unser erster Arbeitstag, der aber zu meiner Erleichterung lediglich einige kurze Stunden dauerte und zum Ziel hatte uns die Einrichtung grundlegend zu zeigen. Sofort nach Feierabend machten wir uns auf Richtung Altstadt um die Umgebung zu erkunden und sich grundlegend ein bisschen orientieren zu können.

Ähnlich verliefen auch sonst die Werktage der restlichen Woche. Unsere Arbeitszeit ist immer zwischen 12 und 19 Uhr, dh. dass man auch den Vormittag ausnutzen muss, wenn man nicht nur Krakau bei Nacht bewundern will. Das hat zwar auch seinen Reiz, ist aber auf Dauer etwas umständlich, da viele Geschäfte und Museen zu dieser Zeit schon geschlossen haben.

Über meine Arbeit schreibe ich sicherlich ein anderes Mal mehr. Dazu hab ich gerade keine richtige Lust.

Das Wochenende habe ich dann erfreulicherweise bei meiner Familie hier verbringen können. Auf einmal habe ich den Luxus innerhalb von knapp 2 Stunden bei meinen Liebsten sein zu können. Darüber freue ich mich hier besonders. Nach über 3 ½ Jahren Bayern und mindestens 6 Stunden Fahrt ist dies eine willkommene Abwechslung.

Ansonsten genieße ich momentan die Vorteile einer Großstadt und mache mich vertraut mit der neuen Umgebung.

Heute nehme ich das erste Mal an einem Photographiekurs teil, den ich bald auch begleitend leiten soll. Uuuuuh, das wird sicher toll!

10.3.10 11:26, kommentieren

Alle Jahre wieder...

Einige Jahre sind nun schon vergangen seit meinen letzten "großartigen" Schreibversuchen.

Diesmal möchte ich meine Freunde auf dem Laufenden halten, ohne mehrere Male das Gleiche erzählen zu müssen.

Ich erlebe hier viele Dinge, die es sicherlich wert sind erzählt zu werden, außerdem wird das ganze durch Fotos noch ergänzt.

Ich freu mich drauf,

 eure Linaah

 

(Ach und bitte habt Verständnis dafür, dass sich das Layout noch in Arbeit befindet und daher recht diletantisch ist. Das wird sich hoffentlichb ald ändern!)

9.3.10 11:25, kommentieren