Reisefieeeeber!

Überraschenderweise habe ich heute Vormittag doch ein wenig Zeit gefunden, um die Ereignisse der letzten Tage einmal zusammenzufassen.

Am Samstag, den 27. Februar begann also meine große Reise in Benediktbeuern. Es war schon komisch aus einem Zimmer wieder auszuziehen, dass man erst vor einem halben Jahr bezogen hatte. So verstaute ich also den Großteil meines Hab uns Guts in Kisten auf dem Dachboden und brach mit ein paar Taschen Richtung Augsburg auf. Dort holte ich Silvia ab – meine Mitbewohnerin und Mitpraktikantin für die nächsten Monate. Nach einer kurzen und unruhigen Nacht brachen wir gemeinsam, mit einem unglaublich vollgepackten Opel Corsa und bewaffnet mit einigen Litern Red Bull Richtung Polen auf. „Gesamtstrecke 1096km.“. Na danke. Irgendwie war ich richtig froh in den letzten Monaten so oft zwischen Nickenich und Benediktbeuern hin und her getingelt zu sein. Ohne dieses Training wäre es wohl eine Katastrophe gewesen. Trotz der gefühlten zwei Tonnen Zusatzgepäck bewegte sich mein Baby von der Stelle und zeigte ungeahnte Stärke. Unterbrochen von vier kurzen Pausen legte ich also innerhalb von knapp 9 ½ Stunden knapp 1000km zurück. Ich würde sagen, das ist neuer Rekord. Ziemlich matschig kamen wir also am Abend gegen halb 6 bei Silvias Verwandten an.

Am nächsten Morgen fuhren wir, ausgestattet mit einem groben Stadtplan von Krakau, über viele holprige und löchrige (zum Teil lebensgefährliche) Sträßchen die restlichen 50km zu unserem Zielort: Krakau, ulica dluga 42 – also mitten in das Zentrum der Altstadt. Wer mich kennt weiß: Linaah und Autofahren in großen Städten – das verträgt sich nicht. Doch trotz aller Bedenken und Ängste erreichte ich mein Ziel sicher und trotz der falschen Anweisungen der Schilder in der Stadt.

Angekommen, erfuhren wir dann vor Ort, dass wir ein kleines Ein-Zimmer-Appartement zur Verfügung bekommen sollten, dass sich im Dachgeschoss eines Nebenhauses der Einrichtung befindet. Also verbrachten wir die nächsten zwei Stunden damit die gefühlten zwei Tonnen Gepäck aus dem Auto zu wuchten und in den 3. Stock des Altbaus zu transportieren. Auf einmal bereute ich die Vernachlässigung meiner Kondition in der letzten Zeit aufrichtig.

Dann startete tatsächlich schon unser erster Arbeitstag, der aber zu meiner Erleichterung lediglich einige kurze Stunden dauerte und zum Ziel hatte uns die Einrichtung grundlegend zu zeigen. Sofort nach Feierabend machten wir uns auf Richtung Altstadt um die Umgebung zu erkunden und sich grundlegend ein bisschen orientieren zu können.

Ähnlich verliefen auch sonst die Werktage der restlichen Woche. Unsere Arbeitszeit ist immer zwischen 12 und 19 Uhr, dh. dass man auch den Vormittag ausnutzen muss, wenn man nicht nur Krakau bei Nacht bewundern will. Das hat zwar auch seinen Reiz, ist aber auf Dauer etwas umständlich, da viele Geschäfte und Museen zu dieser Zeit schon geschlossen haben.

Über meine Arbeit schreibe ich sicherlich ein anderes Mal mehr. Dazu hab ich gerade keine richtige Lust.

Das Wochenende habe ich dann erfreulicherweise bei meiner Familie hier verbringen können. Auf einmal habe ich den Luxus innerhalb von knapp 2 Stunden bei meinen Liebsten sein zu können. Darüber freue ich mich hier besonders. Nach über 3 ½ Jahren Bayern und mindestens 6 Stunden Fahrt ist dies eine willkommene Abwechslung.

Ansonsten genieße ich momentan die Vorteile einer Großstadt und mache mich vertraut mit der neuen Umgebung.

Heute nehme ich das erste Mal an einem Photographiekurs teil, den ich bald auch begleitend leiten soll. Uuuuuh, das wird sicher toll!

10.3.10 11:26

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